Archiv für den Monat August 2016

Ich liebe dich …

Für mich haben diese drei Worte unglaublich viel Bedeutung, wenn auch eine andere, aber keine minder schöne !

Als ich sie das erste Mal bewusst hörte und spürte, dass sie nicht einfach nur dahergesagt sind, sondern ernst gemeint, voller Zuneigung ausgesprochen und einfach echt wusste ich: irgendwas wird sich verändern!

Jahrelang bin ich mit einer „Baustelle“ in meinem Kopf herumgelaufen und wusste nicht, wie ich an ihr weiterarbeiten oder irgendwas auf ihr aufbauen oder reparieren könnte. Ich versuchte Menschen zu finden, die mich verstehen, aber nicht einmal meine Mutter bringt das Verständnis auf, dass ich so dringend bräuchte. Und für sämtliche männliche Wesen war ich es nicht wert, auch nur einen Versuch zu starten mich verstehen zu wollen. Und so stellte ich ein nicht gerade standfestes Zelt auf, um zu verhindern, dass meine Baustelle noch größer wird und versuchte relativ erfolglos weiter an mir herum zu basteln, um bloß nicht aufzufallen, um „normal“ zu wirken, was mich aber eine enorme psychische Kraft kostete.

Und dann plötzlich taucht der eine Mensch auf, der Steine und Mörtel dabei hat, nimmt das Zelt ab und beginnt an meiner Baustelle weiterzuarbeiten.

Zunächst ohne meine Erlaubnis. „Es kann einfach keinen geben, der mich versteht und erträgt. Und wenn doch, dann nicht lange“ waren meine damaligen Gedanken und von meinen Wellen will ich gar nicht sprechen. Alles in mir sträubte sich dagegen, dass es jemanden geben könnte, der all meine Gedanken widerlegt.

Aber er ließ sich davon nicht beirren, jedenfalls nicht wirklich. Die Arbeit an dieser etwas besonderen Baustelle war hart für ihn und kostete ihn einiges an Nerven. Kurzzeitig spielte er sogar mit dem Gedanken die Arbeiten abzubrechen, aber er hielt – aus mir nach wie vor unbegreiflichen Gründen – durch.

Nachdem er trotz meiner, mehr oder weniger gespielten, Nichtbeachtung die groben Arbeiten erledigt hatte, merkte ich, dass er es wirklich ernst meint und ihm daran gelegen ist, dass ich ihn offiziell an meiner Baustelle arbeiten lasse.

Für mich bedeutete dies am Anfang eine riesen Überwindung. Bisher durfte und wollte noch niemand so weit vordringen und es verwirrte mich einfach maximal. Der erste Kuss war dann farben- und wellenchaos pur. Ich befand mich plötzlich in einem bunten Farben-Wellenstrudel der mich mit sich zog, mir Wellen schickte, die ich so noch nicht kannte, und spuckte mich schließlich völlig verliebt wieder aus. Ein Gefühl, eine Welle die mir auf diesem Niveau bisher völlig fremd war

Er zeigt mir, dass das was ich als Baustelle empfand gar keine Baustelle war, sondern meine eigene Welt – eine Welt die einfach nur ein bisschen anders gestaltet ist und ich dadurch für ihn zu einem besonderen Menschen geworden bin.

Es ist nun mal so, ich höre Geräusche viel stärker, habe Wellen anstatt der klassischen Gefühle, sehe Farben viel intensiver, nehme kleinste Details eher und Menschen einfach anders wahr und verstehe oft nicht deren Anliegen, weil sie sich mir einfach nicht erschließen.

Aber er … er stellte einen Bauwagen auf meine Baustelle, sortiert sie wenn notwendig sogar abends um halb 10 und zeigt mir Tag für Tag welch eine wunderschöne Landschaft voller Stärken und Fähigkeiten sie ist, die viele Menschen nicht habe.

Vor allem für ihn war es nicht immer einfach und ich habe es ihm auch nicht gerade einfach gemacht. Aber er hat es geschafft und ich bewundere ihn immer noch dafür … ! Und das wird ein Leben lang so bleiben.

Mit seiner Art wie er mit mir umgeht, schickt er mir unglaublich schöne Wellen, die mich überglücklich werden lassen, er bringt einfach meine Welt zum Leuchten, macht jede Sekunde zu einem besonderen Augenblick und zeig mir eine wunderschöne Landschaft, in der es einfach nichts zu reparieren gibt…

 

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„Ich habe mich gefragt, warum ich mich weiterhin verstecken soll, wo mir doch jetzt, nachdem ich meine Wellen fand, die ganze Welt offensteht. Womit ich nicht gerechnet habe, ist, dass diese Welt trotzdem um einiges komplizierter ist, als deren Abbild in meiner Welt.
Ich verstehe die Größe der Welt da draußen nicht, weil ich nur meine selbst aufgebaute Kulisse kenne, meinen sauber umzirkelten Mikrokosmos, in welchem ich mich sicher und geborgen fühle.
Da draußen in der Wirklichkeit bin ich heillos überfordert.“

Die Übersetzung der Welt

Ein Blog der die Welt übersetzt? Gibt es so etwas überhaupt? Kann man die Welt übersetzen? Oh ja, das kann man! Vor allem dann, wenn sie ein klein wenig anders ist und eine Übersetzung notwendig, um “die andere Welt” zu verstehen.

Ich bin Asperger – Autistin, nur wusste das keiner bis ich ungefähr 12  war. Davor war ich einfach nur anders, dass aufgedrehte, in sich gekehrte Mädchen das am aller liebsten für sich ganz alleine war.

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