Archiv für den Monat Januar 2017

Störungen …

Heute lief eigentlich alles wie geplant:

Aufstehen, anziehen. Mein Partner fuhr mich heim. Ich kam in meinem Zeitrahmen zu Hause an. Umziehen für die Arbeit. Meinen Naturjoguhrt LC1 essen. Eine Tasse schwarzen Tee trinken. Mit meinem Hund kurz spielen und ihr ihr Essen hinstellen. Alles wie immer. Alle Zeiten wurden eingehalten. Meine Routinen spulte ich ab wie gewohnt. Meine Wellen waren ausgeglichen und hellgelb.

Dann fuhr ich auf die Arbeit…

Und da fing sie an, die Störung. Ich nenne sie so, weil sie meinen Ablauf der Routinen durcheinanderbrachte.

Ich stellte mein Auto 10 Minuten vor Arbeitsbeginn wie gewohnt an in etwa der selben Stelle ab. Stelle den „Schaltknüppel“ auf P für Parken und ziehe die Handbremse. Auch der Stellplatz ist ein wichtiges Ritual. Muss ich weit weg von meinem üblichen Platz parken, bin ich schon ein wenig übellaunig.

Ich blicke blicke in den Rückspiegel, schalte die Heckheizung aus. Dann folgt das Gebläse, anschließend das Licht und ganz zum Schluss der Motor.

Dann kontrolliere ich nochmal alles und blicke aus dem Fenster. „Oh nein!“ sage ich zu mir selbst, denn ich hatte meine Kollegin entdeckt, die sehr gerne redet und genauso gerne Umarmungen verteilt !!!! Leider hatte sie mich schon gesehen und lächelte freundlich und winkte. Natürlich konnte ich da nicht einfach sitzen bleiben, was ich aber viel lieber getan hätte. Stattdessen quälte ich mich langsam aus dem Auto, holte meine Taschen, kontrollierte nochmal alles, machte die Fahrertür zu und schloss ab. Dann machte ich meinen „um-das-Auto-herum“- Kontrollgang, von welchem es eigentlich zwei gibt. Eigentlich. Einmal um das Auto herum, Fahrertür zu, Licht aus, Beifahrertür zu, Rücklicht aus. Und normalerweise das gleiche noch einmal von vorne. „Naaaaaaa?!“ flötete da meine Kollegin. Ich zwang mich zu lächeln, ließ von meinem Auto ab, OBWOHL der zweite Kontrollgang noch nicht erfolgt war und widmete mich notgedrungen meiner Kollegin. Es ist nicht so, dass ich sie nicht mag. Ich mag nur solche Situationen nicht, in denen ich bei meinen Routinen gestört werde.

Neben meiner quasselnden Kollegin her trabte ich dann in meine Einrichtung. Im Haus dann wurde ich stürmisch begrüßt, was ich aber gar nicht so wie immer entgegenen konnte. Viel zu tief saß der Unmut darüber, meine Routine nicht vollendet haben zu können.

Am Zielort angekommen stellte ich meine Taschen ab, schnappte mir meinen Autoschlüssel und sagte zu meiner Kollegin ich hätte was in meinem Auto vergessen. So wahnsinnig groß war das Bedürfnis nach Kontrolle und Routine. Schnellen Fußes marschierte ich quer über die Straße zurück zu meinem Auto, schloss es auf, tat so als ob ich etwas suchte, machte die Tür wieder zu, schloss es ab und fing an. Fahrertür. Rüttel. Zu. Licht vorne aus. Beifahrertür. Rüttel. Auch zu. Licht hinten aus. Und von vorne. Mein Körper freute sich innerlich sehr und um mich herum waberte eine wohlig warme, blaue Welle. ENDLICH. Routine fertig. Tag gerettet.

So Störungen kommen immer mal wieder vor. Ich kann es nicht verhindern. Und manchmal lässt sich meine Laune nicht retten, wenn die Routine nicht bis zum Ende durchgeführt werden konnte. Je nach Art der Routine mache ich mir den ganzen Tag Gedanken, hab panische Zustände, stelle anderen Menschen unendlich viele Fragen über die mögliche Wahrscheinlichkeit einer Tragödie oder bin einfach total schlecht drauf.

Ich mag sie nicht. Störungen. Aber leider gibt sie es.

Advertisements

Synästhesie – meine Welt ist wellig …

Synästhesie – Was ist das überhaupt?

 

Synästhesie an sich ist mir schon länger ein Begriff. Was genau sich dahinter verbirgt und das auch ich die „besondere Art der Wahrnehmung“ haben könnte, ist mit nicht bewusst gewesen. Bisher.

Aber was genau ist Synästhesie?

Gibt man das Wort bei Google ein, erscheinen einem eine Vielzahl von diversen Antworten. Ob richtig oder falsch vermag ich an dieser Stelle nicht zu sagen. Viel zu viel Unsinn kursiert doch im world wide web. Dennoch mache ich hier mal einen kurzen Abstecher auf die Seite von Wikipedia.

 

Dort kann man unter Synästhesie folgendes finden:

– bezeichnet hauptsächlich die Kopplung zweier oder mehrerer physisch getrennter Bereiche der Wahrnehmung, bspw. Farbe und Temperatur (beispielsweise die Verbindung „warmes Grün“), Ton, Musik und Räumlichkeit

– Menschen, die Wahrnehmungen derart verknüpft erfahren, werden als Synästheten bezeichnet.

– Synästhesien können auch krankheitsbedingt (zum Beispiel nach einer Erblindung) oder drogeninduziert (beispielsweise durch Halluzinogene) auftreten

– Synästhesie tritt familiär gehäuft auf

– In der Rhetorik steht der Begriff für das Vermischen von Sinnesebenen.

– ist eine Normvariante der Wahrnehmung.

– Ein Sinnesreiz von einer Sinnesmodalität löst eine zusätzliche „Wahrnehmung“ in mindestens einer anderen Sinnesmodalität oder Submodalität eines Sinnes aus. Das bedeutet, dass beispielsweise Töne über die Haut „streichen“, Geschmacksempfindungen verschiedene „Formen“ bekommen oder Bewegungen von einem „Klang“ begleitet werden.

– Es sind über 60 verschiedene Varianten der Synästhesie bekannt.

– Es muss dabei nicht bei allen Synästheten ein sensorischer Stimulus vorliegen. Viele Synästheten nehmen Zahlen farbig wahr und bei einem Teil dieser Synästheten reicht die gedankliche Visualisierung der Zahl aus, um die Farbgebung auszulösen.

Meine Welt ist wellig

Schon seit geraumer Zeit habe ich festgestellt, dass meine Umsetzung der Gefühlsebene eine etwas andere ist und „Wellen“ als Gefühle durchaus nicht die Regel sind.

Mein zweiter Diagnostiker sprach hierzu dann die Idee aus, dass es womöglich in den Rahmen der Snyästhesie fallen könne. Interessante Argumentation und endlich haben meine Wellen einen Namen und sind keine Spinnerei.

 

Meine Wellen sind größtenteils einfach nur grau. Grau gerade, grau leicht gewellt, grau etwas mehr gewellt.

Jede Person der ich begegne umgibt sich mit derartigen Wellen, d.h. laufe ich durch die Stadt sehe ich Wellen. Alle gerade. Alle grau. Warum? Weil ich die Menschen weder kenne noch einen näheren Bezug zu ihnen hege.

Je mehr ich einen Menschen kenne, desto bunter und umfangreicher werden die Wellen, weil ich mit diesem Menschen eine Beziehung eingegangen bin. Das breiteste und schönste Wellen- und Farbspektrum besitzt mein Partner und dieses wird um ein vielfaches erweitert, wenn ich die passende Musik dazu höre. Denn dann, und nur dann, fühle ich die Wellen wie kleine Nadelstiche auf meiner Haut. Die Welle wird zu einem Gefühl und ich kann ein Gefühl senden.

Ein Prozess, der bei NT´s ohne nachzudenken vonstatten geht. Ich aber analysiere die Welle: Welche Wellenstärke hat sie? Ist sie gerade wie ein Strich? Leicht gewellt? Ganz stark gewellt oder sogar mit Schnörkeln versehen? Welche Farbe hat sie? Ist sie rot, violett oder vielleicht doch hellrosa? Wenn ich das alles ausgewertet habe kann ich reagieren. Mittlerweile kann ich es so gut, dass es zumindest meinem Partner nicht mehr auffällt.

Menschen gegenüber, die allerdings graue, gerade Wellen besitzen, bin ich immer sehr zurückhalten und wie diese meinen „schüchtern“. „Schüchtern? Nein! Ich sortiere nur gerade meine Wellen. Und vergleiche sie mit den Wellen, die ich mit meinem Spiegelbild erlernt habe.“ Am liebsten ist es mir, wenn grauwellige Menschen mich in Ruhe lassen. Ich habe genug mit den Menschen zu tun, deren Wellen farbig sind.

 

Neben der Tatsache, dass jeder Mensch für mich Wellen besitzt gibt es noch etwas anderes womit ich die Wellen verbinde.

Gefühle. Jedes Gefühl hat eine Welle und jede Well besitzt ein Gefühl.

 

Wie es dazu kam, erzähle ich in einem der nächsten Blogs.

Hier seht ihr eine ungefähre Darstellung dessen, was ich bspw. bei meinem Partner sehe, bevor ich es fühle.

Sobald es mir möglich ist, lade ich ein eigenes Bild meiner Wellen hoch.

Diverse Einblicke in die Wahrnehmungen von Synästhetikern

Auf dem ersten Bild wird das ABC in einer gewissen Farbfolge dargestellt. Zudem hat jeder Buchstabe einen eigenen Platz im Raum.

Das folgende Foto zeigt ebenfalls das ABC sowie die Zahlen von 1 bis 9. Diese haben verschiedene Farben. Außerdem wird jedem Buchstaben und jeder Zahl ein Geschlecht zugeordnet. Bei der letzten Darstellung hat jeder Wochentag eine eigene Farbe.

Der innere Wunsch

Viel mehr als auf die Arbeit, wenngleich ich sie sehr liebe, zieht es mich bei diesem Wetter in die Natur. An den Scheiben kleben Frostblumen und die Blätter, Äste und vom Sommer übrig gebliebenen Blumen sind mit Glitzer überzogen. Still und leise warten oder bangen sie dort auf die wärmende Sonne, ohne durch das Blitzlicht meiner Kamera von mir zum Leben erweckt zu werden. In meinem Alltag hangel ich mich von Wochenende zu Wochenende, als wäre es ein rettender Anker für mich. Denn nur dort kann ich machen, wonach mir der Sinn steht …