Archiv für den Monat Februar 2017

Gedankenwellen #2

In mir drin, da ist es dunkel.

In mir drin, da ist es hell.

In mir drin, da tobt das Chaos.

In mir drin, da ist es still…

In mir drin, da fliegt die Stille.

In mir drin, da schweigt der Ton.

In mir drin bin ich alleine.

In mir drin, da bin ich frei !

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(Über-) Leben in der Arbeitswelt

Die meisten Menschen mit Asperger-Autismus haben besondere Talente, auch Spezialinteresse genannt. Trotzdem sind mehr als vierzig Prozent von ihnen arbeitslos, weil sie ständig anecken.

Ich gehöre nicht zu diesen vierzig Prozent, ecke offensichtlich nicht sehr oft an – innerlich dafür umso mehr – verstehe meine Kollegen manchmal nicht, aber lasse mir das in den seltensten Fällen anmerken. Am Ende eines Arbeitstages merke ich diese beständige Anpassung dafür umso mehr: ich bin müde und erschöpft, schlapp, habe oft Kopfschmerzen und keine Antriebskraft noch etwas zu machen. Wenn jemand mit mir reden will, blocke ich vehementer ab als sonst. Dadurch habe ich auch meine einzigen Freunde verloren. In regelmäßigen Abständen plagen mich depressionsähnliche Zustände, Schlaflosigkeit und Unruhe, bisher ohne therapeutische Hilfe.

In erster Linie führe ich diese Symptome auf mein Arbeitsumfeld zurück. Ich arbeite in einer Kindertagesstätte. Wenngleich die Arbeit im elementarpädagogischen Bereich zu meinem Spezialinteresse zählt, ist es sehr laut und oft stressig, vor allem dann, wenn Mitarbeiter fehlen. Auch wird dort eine hohe soziale Interaktion gefordert. Mit den Kindern ist das in den meisten Fällen kein Problem – mit den Kollegen dafür umso mehr. Die enorme Reizüberflutung stellt ebenfalls ein gewisses Problem dar. Die verschiedenen Dienste (Früh-, Normal- und Spätdienst) bereiten mir Schwierigkeiten – inbesondere der Spätdienst, da bei diesem mein gesamter Tagesablauf durcheinander gebracht wird. Änderungen im Kindergartenalltag sind für meine Kollegen meist nur Ärgernisse und zusätzliche Aufgaben oder wirken für sie irritierend. Für mich bedeutet dies jedesmal „Überforderung“. Diese ist für mich oft so anstrengend, dass ich die Situation am liebsten meiden würde. Da mir das aber leider nur in ganz wenigen Momenten gelingt, ziehe ich mich emotional, sprachlich und sozial zurück, wovon dann natürlich auch die Kinder betroffen sind. Auch wenn es mir meine Kollegen nicht anmerken, ist der Arbeitsalltag mit seinen vielen und dauernden Stressfaktoren, meiner Reizempfindlichkeit gegenüber Licht und plötzlich auftretenden Geräuschen (damit gemeint sind kurzzeitig auftretende, sehr laute Schreie von Kindern oder von Gegenständen die laut scheppernd zu Boden fallen und nicht der andauernde, gleichbleibende Geräuschpegel des Kita-Alltages, welcher schon anstrengend genug ist) und meinem Missverstehen von Fragen und oder Erwartungen sehr anstrengend und kompliziert. Auch mein eingeschränkter Blickkontakt ist gerade in der Interaktion mit den Eltern der Kinder ein Hindernis. Konzentriere ich mich auf das Anschauen und auf das „in-die-Augen-“ schauen, habe ich nach wenigen Minuten keine Ahnung mehr was diese gesagt haben. Höre ich auf das was sie sagen, schaue ich sie nicht an. In regelmäßigen Abständen führt dieser innerliche Stress zu den oben genannten psychosomatischen Beschwerden, welche manchmal in einer Krankmeldung enden, da aus den psychosomatischen körperliche Reaktionen entstehen.

Aber warum „funktioniert“ es dann trotzdem „irgendwie“?

Der Beruf der staatl. anerk. Erzieherin und die Arbeit im elementarpädagogischen Bereich zählt zu meinem Spezialinteresse bzw. ist eines meiner Spezialinteressen. Bisher habe ich meine Diagnose noch nicht offiziell gemacht, aber auch ohne das Wissen der Anderen werde ich von diesen geschätzt, weil ich immer offen und ehrlich zu meinen Kollegen bin. Außerdem arbeite ich in meinem Arbeitsalltag – soweit es mir möglich ist – sehr gründlich und konsequent und bin sehr zuverlässig, wenn mir Aufgaben übertragen werden. Im Bereich der Medien (Computer, Drucker, Internet) bin ich immer wieder gefragt und werde zu Rate gezogen. Nie würde ich es wagen, meine Kollegen zu hintergehen oder Späße mit diesen zu machen. Auch mobben liegt mir mehr als fern. Meine Zielvereinbarung und die verschiedenen Dienste, die hin und wieder übernommen werden müssen, erledige ich, nachdem ich sie mit (Zeit-) Plänen durchstrukturiert habe, verantwortungsbewusst, konzentriert und sehr genau, fast schon perfektionistisch.

Um den Stress wenigstens ein wenig kompensieren zu können, gehe ich regelmäßig Fahrrad fahren. Dann bin ich für mich und kann abschalten, die Belastung des Tages ein bisschen minimieren. Trotzdem möchte, werde und muss ich irgendwann meine Stunden reduzieren.

 

Gedankenwellen #1

Ich bin genial darin mich zu artikulieren – zumindest was das Schriftliche betrifft -, ich bin genial darin, Dinge zu ordnen und den Überblick zu behalten sowie mich dezent darüber aufzuregen wenn jemand meine Ordnung zerstört, ich bin genial in meinem Beruf und habe mich dem Portfolio verschrieben, weil mir, wie oben bereits erwähnt, das schriftliche Formulieren so viel Freude bereitet. Ich bin genial darin allein zu sein. Und ich bin bestimmt in noch so vielen anderen Dingen genial und in bestimmt genau so vielen ungenial. Genau wie alle Menschen auf dieser Welt. Aber trotzdem soll ich gestört sein? Behindert sein? Oke, Menschen sind nicht meins und mir ist es lieber, wenn sie mich in Frieden lassen, mich nicht anfassen oder ansprechen. Ich sehe die Welt aus anderen Augen, aus Augen, die jedes noch so kleine Detail wahrnehmen. Höre die Welt mit anderen Ohren, mit Ohren die fast so empfindlich sind wie die eines Hundes. Ich fühle die Welt mit Wellen.

Aber wird das als gestört oder behindert bezeichnet? Geht es nach der Gesellschaft, ist Autismus eine Störung, nicht heilbar und für den Betroffenen ein Hindernis, eine schier unabwendbare Qual. Auf manche Spektren trifft das vielleicht zu, aber es ist eben nur eines von sehr, sehr vielen …

Heilbar ist es wirklich nicht, aber als Hindernis kann ich es nicht wirklich bezeichnen … Vielleicht in manchen Bereichen…aber in anderen ist es eine Bereicherung.

Aber eigentlich ist es nur eine andere Art der Wahrnehmung … Eigentlich ist es einfach nur meine Art zu leben …

Nahrungsaufnahme: vielseitig, einseitig, ungewöhnlich ?

Immer wieder werde ich von meinen Familienmitgliedern oder Kolleginnen auf meine „ungewöhnlichen“ Essweisen aufmerksam gemacht.
Doch was belustigt die anderen daran, was ist daran so ungewöhnlich?
Einige würden behaupten, sofern ich sie denn fragen würde, dass ich nicht abwechslungsreich oder flexibel genug essen würde. Was abwechslungsreich oder flexibel ist, bestimme doch aber eigentlich ich, oder nicht? Für mich ist es schon außerordentlich flexibel, an unterschiedlichen Orten essen zu können/müssen. Im Kindergarten, zu Hause, bei meiner Oma, bei meinem Freund.
Ich habe das Asperger – Syndrom und bin „Hypersensibel“. Das heißt, dass ich unter anderem eine sehr intensive Sinneswahrnehmung im Bereich des Schmeckens und Fühlens besitze. Für andere Mensch ist es völlig normal, Lebensmittel und Mahlzeiten miteinander zu vermischen. Ich besitze einen geschmacklichen Ekel davor und habe auch die Vorstellung, dass mein Essen genau so im Magen landet, wie es vorne rein kommt. Das bedeutet für mich, Lebensmittel werden alle einzeln und in einer gewissen Reihenfolge verzehrt. Ich muss und möchte jedes einzelne Lebensmittel intensiv „schmecken“. Gewisse Lebensmittelkombinationen esse ich nicht. Genauso wie viele der angebotenen Lebensmittel (und seien es bloß Geburtstagstorten oder Kuchen im Kindergarten).
Mein – für andere unversändliches und stures, ablehnendes Verhalten gegen ihre gefertigten Speisen ist also in Wirklichkeit für mich ein Ausdruck dafür, dass ich bestimmte Nahrungsmittel als unerträglich empfinde – oder mich sogar davor ekel. Manchmal liegt es am fehlenden Wissen über die Konsistenz des Nahrungsmittels, aber häufig auch daran, dass ich einfach nicht weiß, wie es zubereitet wurde und welche Lebensmittel darin verkocht oder verbacken wurden. Oder es ist ein zu großes Durcheinander. Kuchen mir Marmelade. Muffins mit Kirschen drin. Laugenstangen mit komisch riechendem und furchtbar salzigem Käse, …
Dennoch ist dies nicht unbedingt ein Phänomen, welches ausschließlich bei Autisten anzutreffen ist. Was jedoch häufig gerade von meiner Mutter als ein sehr großes Problem dargestellt wird, ist meine einseitig erscheinende Ernährung. An einem perfekten Tag esse ich morgens einen Naturjoghurt (einer bestimmten Marke) und am Abend drei saure Gurken und zwei Scheiben Paprikawurst, dazu eine Scheibe Roggenvollkornknäckebrot mit Frischkäse (einer bestimmten Marke).

Der normale Alltag zu Hause und vor allem im Kindergarten ist für mich ein kräftezehrendes Chaos (VORALLEM im Kindergarten!!!!) . Dem kann ich nur etwas entgegensetzen, wenn wenigstens meine alltäglichen „Routinen“ erhalten bleiben. Bspw. eben mein imenser Wunsch nach meinen selbst gewählten, gleichbleibenden Lebensmitteln, bis diese von mir selbst geändert oder erweitert werden. Diese bleiben bei mir, bis auf die sauren Gurken, nicht für immer bestehen – sondern wechseln sich phasenweise ab. In einer sehr langen Phase war Morzarella DAS Lebensmittel meiner Wahl. In der derzeitigen Phase ist es vor allem Frischkäse (abends) und selbst gebackener Schokoladenbiskuitkuchen (zwischendurch). Am Morgen esse ich außer meinem Naturjoghurt noch ein spezielles Müsli.
In diesen Phasen sollte wenn möglich das Lebensmittel der Wahl immer vorrätig im Haus sein. Wechselt diese Phase von heute auf morgen in eine andere, ist dies zwar ungünstig, weil man dann Unmengen dieses einen Lebensmittels im Haus hat – aber irgendeiner wird sich schon finden der es isst – aber im Ernstfall ist es dann da und die Gefahr, dass mir „der Boden unter den Füßen weggerissen“ nicht vorhanden. Für Außenstehende, wie meine Familie oder meine Mitarbeiter im Kindergarten, nicht nachzuvollziehen und die Reaktionen darauf entsprechend.

Doch ich kann mich auch an neue Lebensmittel gewöhnen, wenn ich dafür ausreichend Zeit habe und diese – egal auf welche Weise – mein Interesse wecken.

Misophonie – wenn essen mit anderen zur Qual wird

Mich stören während meines regelmäßigen Tagesablaufes vielerlei Dinge. Aber mit Abstand finde ich eines am schlimmsten: Essgeräusche anderer Leute.

Diese Phänomen begleitet mich aber noch nicht mein Leben lang.Es begann vor ein paar Jahren, genauer gesagt als ich 13 war und regelmäßiger bei meinen Großeltern zu Mittag essen MUSSTE. Während ich auf meinem Teller immer alles schön getrennt voneinander trappierte, mischten meine Oma, mein Opa und meine Tante Fleisch, Kartoffeln und Soße munter durcheinander. Eifrig begann man zu essen. Aus dem Augenwinkel heraus beobachtete ich, wie sich meine Tante eine voll beladene Gabel Kartoffel-Fleisch-Soße-Mischmasch in den Mund schob und genüsslich zu kauen begann. Das quatschende Geräusch und die Vorstellung, wie sie den Lebensmittelbrei in ihrem Mund von rechts nach links schob, ließ richtigen Ekel in mir hochsteigen. Am liebsten hätte ich mir die Ohren zugehalten, so widerlich fand ich es. Und das schlimmste war, es kam von rechts, links und von vorne. Die anderen aßen ja auch. Schweigend, geschirrklappernd und nahrungmalmend. Man hörte wirklich alles. ICH hörte wirklich alles, denn die anderen schien das nicht sonderlich zu stören.  Nachdem ich der Situation kurz entfliehen konnte, weil mein Wasserglas leer war, zwang ich mich wieder zurück in das Esszimmer. Zu meiner Erleichterung stellte ich fest, dass sich die Teller der Verwandtschaft so gut wie geleert hatten und diese wohl – zumindet an diesem Tag – nicht mehr gefüllt werden würden. Bei meiner Mutter zu Hause läuft das alles ein bisschen anders und für mich erträglicher ab: sie ruft zum Essen, ich esse alles der Reihe nach und wie immer getrennt voneinander (erst Kartoffeln, dann Soße, dann Fleisch) auf meinem geliebten getrennten Teller und meist in einem Tempo, welches mir ermöglicht fertig zu sein, bevor meine Mutter richtig am Tisch sitzt. Schon bald darauf verabschiede ich mich wieder in mein Zimmer. Das schlimme bei meinen Großeltern ist, dass man am Tisch sitzen bleiben MUSS, bis alle mit dem Essen fertig sind. Und wenn ich selbst nicht mehr esse, dann sind die Geräusche doppelt so grauenvoll, weil sie der einzige Reiz sind, welcher meine Ohren erreicht. Dass ich mich so gut unter Kontrolle habe, habe ich nur meinen Notfallplänen und meinen Händen zu verdanken. Trotzdem bin ich jedes Mal erleichtert, wenn ich es „hinter mir habe“.

Geburtstage, Weihnachten, meist wöchentliche Mittagessen bei meinen Großeltern rauben mir fast den Nerv. Schon im vorhinein plane ich Toilettengänge, wann ich mir etwas zu trinken hole und schätze ab, wie lange das Szenario in etwa dauern wird. Unter dem Tisch versuche ich die Geräusche mit „Hände quetschen“ abzumildern. Meine Großeltern wissen leider nichts von dieser Qual und sie würden es auch nicht verstehen.

Diesen Hass bzw. Ekel betrifft aber nur ganz gewisse Geräusche. Durch diese Geräusche fühle ich mich stark gestört und kann teilweise sogar richtig wütend oder agressiv reagieren. Ganz besonders stark lösen bei mir die schon oben genannten Essgeräusche einen unglaublichen Ekel aus. Richtig nervig finde ich auch, wenn Menschen während dem Sprechen schlucken oder Luft holen und dadurch seltsame Geräusche produzieren. Ist es sehr stark triggernd, kann es passieren, dass ich das, was ich höre, sehr gereizt nachahmen MUSS.

Heute weiß ich, dass sich daran auch nichts mehr ändern wird. Im Gegenteil.Seit meinem dreizehnten Lebensjahr hat sich diese Aversion gegen die Geräusche eher verstärkt als verdünnisiert. Mittlerweile ist es für mich fast unerträglich mit anderen zu essen, sodass ich oft bereits im vorhinein Angst empfinde (wenn es ums „Essen gehen“ in einem Restaurant geht, etc.) oder ich, zumindet bei meinen Großeltern, häufig Ausreden erfinde, um nicht dort essen zu müssen.

 

 

Tiere und ihre Bedeutung

Nach aktuellem Anlass dachte ich mir, ich könnte ja einmal meiner Liebe zu Tieren und damit verbunden meinen Haustieren einen Blogtitel widmen.

In unserer Wohnung leben – neben meiner Mutter (welche ich aber nicht!! als Tier zähle) – acht Schildkröten, ein Hund, eine Riesenfächergarnele, zehn kleine Neonfische, die leider nach zwei Todesfällen nur noch zu acht sind und vier kleine Perlhuhnbärblinge (eine Fischart). Auch diese waren vorher zu fünft. Einer fiel leider dem Aquarienfilter zum Opfer.

Desweiteren schenkte ich auch einmal einem Chamäleon ein Zuhause. Auch sie (oder er?) ist leider verstorben.

Und nein, mein Hund ist kein ausgebildeter Autistenhund, sondern ein „einfach-nur-so“ – Hund …

Schon als Kind wünschte ich mir immer ein Haustier. Doch leider blieb es lange Zeit nur ein Wunsch, da meine Mutter nie welche wollte. So begnügte ich mich jahrelang mit dem Sammeln von Marienkäfern, beherbergte einen Schmetterling mit vanillegelben Flügeln und hatte kurzzeitig sogar ein Vogelbaby in einem Schuhkarton untergebracht. Leider war das arme Tier an irgendeiner sonderbaren Krankheit bereits nach kurzer Zeit gestorben. Der Schmetterling zog, nachdem er den Staub seines Flügels wieder regeneriert und genug Zuckerwasser getrunken hatte, seiner Wege und auch die Marienkäfer blieben meist nur für einen Sommer. Zum Glück hatte ich über Winter meine Weberknechtfamilie, welche sich am Pfosten meines Bettes Jahr für Jahr ein neues Netz webte und fleißig Kinder produzierte. Es waren meine besten Freunde. Sie schwiegen, sie hörten zu, sie ließen mich in Frieden wenn ich alleine sein wollte.

Doch endlich ging mein großer Traum in Erfüllung. Wenngleich der Traum nicht aussah wie ein Hund, war es doch ein Haustier. Mein Bruder hatte einen guten Freund und dessen Freund Eltern. Die Eltern widerum besaßen einen Hund, einen West-Highland-Terrier, und eine griechische Landschildkröte. Wotan hieß sie und war ein Männchen. Der Vater des Vaters des Freundes meines Bruders besaß nicht nur eine, sondern sehr sehr viele Schildkröten. Er war Züchter und eines Tages, es war im Jahre 2005 und das Schildkrötchen bereits ein halbes Jahr alt, durfte ich MEIN Haustier gemeinsm mit meiner Mutter abholen.

Ich liebe Schildkröten. Noch bevor ich wusste, dass ich jemals eine haben werde, liebte ich sie. Als Kleinkind besaß ich eine Rutschschildkröte aus Holz, die Sitzfläche war aus kariertem Stoff.

Und so bekam ich 2005 meine erste lebendige griechische Landschildkröte. Das Wissen über diese Tiere sog ich förmlich in mir auf. Ich wollte, nein, ich MUSSTE ihr ein möglichst schönes und artgerechtes Leben ermöglichen.

Ich habe mich und ich wurde von anderen immer wieder gefragt, warum ich besonders Schildkröten mag. Ich finde es einfach schön, die Ruhe und den Frieden den sie ausstrahlen. Sie sehen die Welt aus weisen Augen und sie können sich in eine schützende Hülle zurückziehen wenn sie erschrecken oder ihnen etwas eigenartig und seltsam vorkommt.

Einige Jahre später geschah dann ein zweiter Glücksmoment in meinem – bis dahin eher tristen und einsamen – Leben.

Ein Hund fand den Weg zu mir. Warum er ihn zu mir fand und ich ihn nicht einfach nur kaufte? Weil dieser – damals wenige Wochen alte – Welpe sich tatsächlich mich! aussuchte.

Es war unser erster Besuch beim Züchter in meiner Heimatstadt. Zwei Welpen standen zur Auswahl – ein ganz dunkelbraunes und ein etwas gemusterteres Mädchen. Das dunkle Mädchen zeigte von Anfang an Scheu, saß angespannt auf meinem Schoß und wusste nicht so recht wohin mit sich. Die Wellen des kleinen Hundes waren diffus, grau und verängstigt. Als ich dann das kleine hellere zu mir nahm, spürte ich sofort eine Verbindung. Der Welpe legte sich auf meinen Schoß und bereits nach wenigen Minuten war sie einegschlafen. Ich wusste es ! Das war mein Hund.

Aber ich liebe nicht nur Hunde und Schildkröten. Nein, ich liebe alle Tiere.

Die Rehe und Hirsche, wie sie anmutig und stolz durch die Wälder streifen. Die flinken Hasen, die im Gestrüpp hinter der Berufsschule ihre Gänge haben. Und die Vögel, die am Himmel ihre unendliche Freiheit genießen können.

Am liebsten bin ich in der Natur unterwegs, beobachte die vielen verschiedenen Tiere und Insekten. Manchmal frage ich mich, was sie denken, ob sie überhaupt denken oder nur nach ihrem Instinkt handeln.

Und manchmal frage ich mich: Wie wäre das Leben ohne Tiere?
Einsam, gebe ich mir selbst als Antwort.

Einsam, denn Tiere sind die einzigen Geschöpfe auf dieser Welt, die nicht handeln, weil sie Macht und Reichtum besitzen möchten, sondern einfach nur weil sie leben wollen. Die einem zuhören, wenn man ihnen etwas erzählt und manchmal, ja manchmal haben sie sogar eine Antwort.

Tiere machen unser Leben wichtiger. Sie machen es ein stückweit lebenswerter ….