Archiv für den Monat April 2017

Strukturen

Eine Tagesstruktur im alltäglichen Leben ist elementar wichtig. Die meisten Menschen, bevorzugt NT`s, haben damit keine Probleme. Sie leben einfach in den Tag hinein, die Struktur ergibt sich von selbst. Es läuft einfach. Doch vielen Menschen mit Asperger-Syndrom fehlt es an einer exakten Lebens- und Alltagsstruktur. Sie gestalten den Tag ihren Routinen entsprechend und Dinge wie aufräumen, einkaufen und den Haushalt erledigen treten in den Hintergrund. Manche von ihnen Leben noch bei ihren Eltern oder einem Elternteil, welche ihnen viele alltägliche Dinge abnehmen.

Ich zähle zu solch einer Asperger-Autistin. Ich lebe bis dato bei meiner Mutter und kann mir nicht wirklich vorstellen wie es wäre, wenn es anders wäre. Meine Mutter macht haushaltliche Dinge wie Wäsche waschen, einkaufen gehen, etc. . Schon in meiner Kinder- und vor allem Jugendzeit wurden große Teile meines Lebens und meines Tages durch meine Familie und bevorzugt durch meine Mutter bestimmt. „Heute gehen wir dort hin, morgen machen wir das, und übermorgen dies.“ Damals wusste ich aber auch noch nicht, wie wichtig eine feste Struktur in meinem Leben ist und wunderte mich nur über die daraus resultierende Abgeschlagenheit, Gereiztheit und Müdigkeit. Heute allerdings halte ich so gut es geht an meinem inneren Plan fest, wenngleich dies häufig auf großes Unverständnis stößt. Dass dieses Leben mit dieser Form der Abhängigkeit nicht gut ist, dass weiß ich durchaus. Doch der Gedanke etwas daran zu ändern bereitet mir momentan sehr viel Angst.

Ein wichtiger Bestandteil meines täglichen Lebens sind meine Routinen und Rituale sowie eine – in den besten Fällen – gleichbleibende Struktur, welche sich wie ein roter Faden durch meinen Tag zieht. Denn ohne diese drei relevanten „Alltagshelfer“ funktioniert bei mir nichts. Als grobe Richtlinie verwende ich meinen Kalender und meinen großen Planer an der Wand. Mein detaillierter Plan aber befindet sich in meinem Kopf. Diesen arbeite ich dann im Verlauf des Tages Routine für Routine und Ritual für Ritual ab.

Ich habe feste Rituale und Regeln, welche mir in meinem Tagesablauf eine grundlegende Struktur als Orientierungshilfe bieten und automatisch passieren, sodass ich weder darüber nachdenken noch wertvolle Energie dafür verwenden muss wann ich was tue. So stehe ich bspw. – völlig ungeachtet der Feiertags- und Urlaubszeiten – spätestens um 6 Uhr auf – dafür benötige ich auch keinen Wecker – breche um 6:30 Uhr / 7:30 Uhr oder 8 Uhr (je nach Dienstbeginn) zu meiner Arbeitsstelle auf und gehe zu bestimmten Zeiten mit meinem Hund spazieren. Montags und mittwochs abends besuche ich ab 18:30 Uhr mein Schwimmtraining und fahre an den restlichen Tagen Fahrrad. Wenn ich anderen Menschen meinen Tagesverlauf erkläre, höre ich häufig Sätze wie: „Ich könnte das nicht.“ Dabei spielen sie meist auf das frühe Aufstehen an, doch für mich ist das keine Frage des Könnens. Für mich ist es Normalität, Strukturierung, Routine. Alltag. Funktioniert mein Tag nicht so, wie ich ihn immer verbringe, funktioniert in der Regel gar nichts mehr.

Neben dieser Struktur gibt es noch einen weiteren wichtigen Aspekt: Die Strukturierung der Zeit. Zu jedem Tageszeitpunkt habe ich das unstillbare Bedürfnis zu wissen, was passiert und vor allem wann und wie lange es dauert. Diese Strukturierung hängt unmittelbar mit der Gestaltung meines Tagesplanes zusammen und legt fest, wann in etwa welches Ereignis stattfindet und wieviel Zeit ich für die Zielerreichung einplanen muss. Dies ermöglicht mir, das Tagesgeschehen vorherzusehen, besser planen und zeitliche Abläufe besser überblicken zu können. Kommt es zu Veränderungen, reagiere ich mit Unsicherheit, Panik und manchmal auch mit Abwehr gegenüber dieser Änderungen, da dass, was mir Orientierung gab, nun unterbrochen oder gar abgeändert wurde.

Was im Vorhinein (Tages-/Wochenplanung) von mir nicht berücksichtigt oder festgelegt wurde, das mache ich in der Regel auch nicht. Es funktioniert nicht, weil es in keiner Kategorie oder dessen Durchführung zu keiner bestimmten Tageszeit abgespeichert ist und somit auch nicht abgerufen werden kann. So steht in diesem Plan bspw., dass ich samstags 10 Liter des Aquarienwassers wechseln muss. Geschieht dies nicht, mache ich es gar nicht und das Aquarium muss bis zum folgenden Samstag warten. Dabei kann es durchaus vorkommen, dass die Fische nach einiger Zeit in gelblichem Wasser schwimmen und sich an der Wasseroberfläche kleine Schaumkrönchen bildet. Sieht zwar hübsch aus, doch gesundheitsförderlich ist es wohl eher weniger. Ein weiteres Beispiel sind schriftlich zu erledigende Dinge, bspw. das Portfolio der Kinder oder das Verfassen der Blogbeiträge. Zwar habe ich vor, dies zu machen. Irgendwann. Doch wenn es in meinem Tagesplan zu keiner konkreten Tageszeit sondern nur als sporadischer „Termin“ abgespeichert ist, wird es dauern, bis ich es letztendlich schaffe es durchzuführen.

Was im Vorhinein nicht festgelegt wurde, das mache ich auch nicht. Dies betrifft insbesondere auch meine tägliche Nahrungsaufnahme. Soweit es möglich ist, esse ich zumindest zum Frühstück und zum Abendessen immer die gleichen Lebensmittel. Sind die nicht im Haus, esse ich lieber weniger oder verzichte ganz. Das Mittagessen nehme ich unter der Woche und außerhalb der Urlaubs- und Ferienzeiten grundsätzlich auf der Arbeit zu mir. Da ich dort für die Zusammenstellung des wöchentlichen Speiseplanes zuständig und verantwortlich bin, ist es mir möglich, mich zumindest auf das Nahrungsangebot der kommenden Woche vorbereiten zu können. Sind Gerichte mit Lebensmitteln dabei, die ich nicht esse (bspw. Nudeln) kann ich rechtzeitig reagieren und für diesen Tage ein Brötchen mitnehmen. Sobald Lebensmittel, vor allem die des Frühstücks und Abendessens, nicht mehr aktuell sind, sprich ich sie nicht mehr riechen, sehen oder schmecken kann (ausgenommen mein Naturjoghurt zum Frühstück und saure Gurken zum Abendessen), werden andere Lebensmittel auf meiner festgefahrenen Nahrungsmittel – Prioritätenliste ganz nach oben gesetzt und sollten in dieser Zeit stets zu Hause sein.

Im täglichen Leben bin ich – auch wenn dies manchmal nicht so scheint – keineswegs ein spontaner Mensch. Ich brauche meine feste Struktur, meinen inneren Plan, meine Rituale und Routinen.

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Meltdowns – Blogbeitrag

>>Atmen, atmen, auf das Luftholen konzentrieren, doch alles in mir war verkrampft, meine Lunge, mein Herz, mein Gehirn, ich war in die Enge getrieben, fühlte mich völlig wehrlos und diese massive Überforderung blockierte mein gesamtes Denken. Mein Kopf setzte aus. „Hör auf“, brüllte ich zurück, „Hör endlich auf, ich kann nicht mehr“, immer wieder nur „ich kann nicht mehr“. <<
Das kommt mir ja so erschreckend bekannt vor !!! Das könnte ich formuliert haben.

Kognitiv besonders

Bisher ist nicht wirklich bekannt, was genau Autismus verursacht oder woher es kommt. Vermutlich spielen eine ganze Reihe von vielen verschiedenen Faktoren eine wichtige Rolle. Auch Beeinträchtigung der Entwicklung des zentralen Nervensystems vor oder nach der Geburt sind möglich. Da in über 90% der Fälle der Autismus eine genetische Grundlage hat, ist es wohl wenig verwunderlich, dass ich in meiner Familie nicht die einzige bin, die „anders und besonders“ ist.

Eine der vielen verschiedenen Besonderheiten und Facetten die mit der Autismus – Spektrums – Störung verbunden sind, ist die Besonderheit in der Sammlung, Verarbeitung und Verwendung von Informationen – also die kognitiven Leistungen der Person. Der normale Prozess der Informationsverarbeitung ist äußerst kompliziert. Ankommende Informationen werden im Gehirn auf verschiedenen Ebenen analysiert und miteinander verbunden. Dabei werden passende Handlungsstrategien mit der Situation verglichen, um dann ausgewählt zu werden oder eine völlig neue zu entwickeln.

In meiner Grundschulzeit vermutete meine damalige Lehrerin, dass ich ADHS haben könnte. Grund dieser Annahme war die Tatsache, dass ich mich am Unterricht nur gelegentlich beteiligte, mich sehr schnell ablenken ließ und nicht über einen längeren Zeitraum konzentriert bei der Sache bleiben konnte – also eine verkürzte Aufmerksamkeitsspanne besaß. Doch so ganz belegen konnte sie ihren Verdacht nie, denn ich war durchaus in der Lage, meine Aufmerksamkeit lange und ausdauernd auf etwas zu richten oder mich mit einer Tätigkeit zu beschäftigen – sofern diese mich interessierte. Die Aufmerksamkeitsspanne hing und hängt heute noch also sehr von der Motivation und meinem Interesse gegenüber der gestellten Aufgabe ab. Und dies passte für meine Lehrerin damals nicht in eine klassische ADHS. Sie sagte einmal zu meiner Mutter: „Irgendwas ist es. Aber ich weiß nicht genau was, denn für ADHS fehlen zu viele Faktoren und Symptome.“ Manche Reize aus meiner Umwelt nehme ich viele intensiver wahr und reagiere sehr extrem darauf (z.B. Geräusche), andere widerrum beachte ich nur kurz oder gar nicht. Eine mögliche Ursache für diese zu starke oder zu schwache Reaktion könnte darin liegen, dass ich diese Reize anders in deren Wichtig- und Unwichtigkeit einstufe. Oft achte ich auch auf ungewöhnliche Reize d.h. auf solche, die von anderen oft nicht als relevant und / oder  bedeutungsvoll angesehen werden. Bspw. visuelle Reize: Sonnenuntergänge, Wolkenstellungen, Waffeln als „Hütchen“ auf einer Kugel Eis in einer Waffeltüte, Wassertropfen, etc.)  Meine volle Aufmerksamkeit ist dann auf Details gerichtet und ich vernachlässige mir unwichtig Erscheinendes. (Ich war so fasziniert von den umgedrehten Eiskugeln die auf Waffeln gestellt wurden, dass ich darüber hinaus vergaß, den Kindern ihr Eis zu bringen.)

Häufig werden bei Menschen mit einer ASS auch besondere Fähigkeiten beobachtet welche als ungewöhnliche Gedächtnisleistung angesehen werden. So haben manche Autisten ein sehr musikalisches Gedächtnis, können gut und detailgetreu zeichnen oder besitzen eine mechanische Lesefähigkeit, können sich gehörte Texte gut merken und oftmals wortgetreu wiedergeben. Ich für meinen Teil hatte schon immer eine besondere Verbindung zur Linguistik und verfügte bereits im Grundschulalter über ein „gutes Gedächtnis im sprachlichen Bereich“, einen „umfangreichen, differenzierten Wortschatz“ und ich konnte „ausdrucksstarke und fanatsieviolle Geschichten“ schreiben. Doch wenn es „besonders gute“ Besonderheiten gibt, dann gibt es meist auch „Stolpersteine“. So bleiben Handlungen oder Ereignisse, an welchen ich aktiv teilnehme, weniger gut in meiner Erinnerung als jene, an welchen ich nur passiv mitgewirkt und andere bei ihrer Tätigkeit beobachtet habe. Streits, Gespräche und sonstige Situationen an welchen ich aktiv beteiligt war, vergesse ich bereits nach wenigen Minuten wieder und verstehe nicht, warum mein Gegenüber das nicht auch kann. An besonders relevante oder mir wichtige Ereignisse kann ich mich dennoch erinnern – dies dann meist sehr differenziert und detailliert.

Im täglichen Leben und im Zusammenleben mit meinen Arbeitskollegen ist mir schon sehr oft aufgefallen, das deren Aufgaben und Ereignisse für mich den Eindruck erwecken, planvoll und zielgerichtet zu sein. Sie verwenden angemessene Strategien um möglichst schnell ein in der Zukunft liegendes Ziel erreichen zu können. Die Aufgaben wirken geplant, sowohl zeitlich als auch die einzelnen Handlungsschritte betreffend. Ich habe auch meine Pläne im Kopf, halte mich an feste Strukturen und bin der Meinung, dass meine Tage und Wochen voll durchgeplant sind. Das sind sie auch, nur eben nicht so, wie bei NT`s. Anders als sie kann ich – wenn ich bspw. beim Rad fahren einen Schmetterling sehe und diesen unbedingt fotografieren möchte – nicht meine inneren Impulse kontrollieren oder gar abstellen, sondern lasse mich dazu hinreißen, unmittelbar auf diese Reizgegebenheit (den Schmetterling) zu reagieren. D.h. ich halte an, steige ab und fotografiere diesen Schmetterling. Im Alltag kann ich mich dadurch nur sehr schwer auf veränderte Situationen einstellen und halte in der Regel und so gut es eben geht an meinen Routinen fest. Für andere mag das kognitiv gesehen sehr starr und unflexibel wirken. Für mich jedoch bedeutet es das pure kognitive Gleichgewicht, wenn alles „glatt läuft“ und ich nicht darüber nachdenken muss wann ich was plane.

Und wenn ich für ein Problem einmal einen Lösungsweg gefunden habe, so beharre ich sehr vehement auf diesen.

Kommunikation – Missverständnisse

Oft schon habe ich mich gefragt, in wie weit meine Kommunikation mit meinen Mitmenschen und gerade mit meinen Arbeitskollegen „funktioniert“. Erst vor kurzem fand ein Gespräch zwischen einer Arbeitskollegin, meiner Chefin und mir statt. Themenpunkt: Meine Reaktion auf Situationen bzw. auf die Ansprache vonseiten der Kollegin sei oft wohl nicht so, wie diese es in diesem oder jenem Moment erwarten oder sich wünschen würde. Erwähnenswert ist, dass dort bisher niemand über meine Diagnose Bescheid weis.

An dieser Stelle einer der Gründe für das o.g. Gespräch: Mittagesessenszeit in unserer Einrichtung. Die Kinder sind bereits alle fertig mit der täglichen Nahrungsaufnahme. Ich gehe meiner mir selbst aufgebauten Routine nach – dem Wegstellen der Schüsseln in die Küche. Urplötzlich wird mein normaler Ablauf durch einen ohrenbetäubenden Knall gestört. Der Teller eines Kindes fiel auf den Boden und zersprang in tausend Porzelanscherben. Bis unter den Herd wurden sie geschleudert. Hübsch sah es aus. Das war mein erster Gedanke. Mein zweiter Gedanke galt dem lauten Knall oder vielmehr dem Scheppern, welches noch immer in meinen Ohren widerhallte. Grauenvoll. Am liebsten wäre ich geflüchtet. Von draußen sprach meine Kollegin sehr energisch. „Keiner bewegt sich vom Fleck. Alle gehen weg! Keiner verlässt seinen Platz.“ Mein folgender Gedanke galt diesem verwirrenden Satz: Wie konnte man sich nicht vom Fleck bewegen, gleichzeitig weg gehen und trotzdem nicht seinen Platz verlassen? In Trance und immernoch geschockt von dem Geräusch, das sich wohlbemerkt immernoch in meinen Ohren befand, verließ ich routinemäßig die Küche. Meine Kollegin kreischte:“ Keiner rührt sich vom Fleck!“ Zu diesem Zeitpunkt stand ich bereits in diesem wunderhübschen Scherbenmeer. Mich immernoch in Trance befindend antwortete ich:“ Ich hab`ja Schuhe an.“ – Das war am 20. März, 12:25 Uhr / Frühlingsanfang. Gestern war das Gespräch. Und ich hatte schon längst vergessen, was an diesem Tag, am 20. März um 12:25 Uhr, passiert war. Auf dem Weg nach Hause regte ich mich auf. 30 Minuten länger auf der Arbeit. Wegen etwas völlig sinnlosen. 30 Minuten Zeitverschiebung. Alles aus der Bahn, alles neu planen. Aber für meine Kollegin war es wohl schrecklich. Keine Ahnung warum. Aber eines weiß ich ganz genau: Das ich nicht weiß, was meine Kollegin jetzt eigentlich von mir wollte.

Das Fazit, welches ich aus diesem Gespräch für mich ziehen konnte ist, dass meine „Andersartigkeit“ im täglichen Umgang mit meinen Kollegen in der Kommunikation und im Sozialverhalten sowie der Art und Weise, wie ich Kontakt aufnehme und gestalte mehr auffällt, als ich bisher dachte. Und es daher offensichtlich zu Missverständnissen kommt. Diese Missverständnisse und Schwierigkeiten entstehen, da ich Probleme mit der sozialen Interaktion und Kommunikation im Allgemeinen habe. Erschwerend kommt hinzu, dass ich Aussagen anderer meist nicht oder anders verstehe und mich selbst – trotz meines recht hohen Sprachniveaus – oft nicht verständlich ausdrücken kann. Zudem ist meine Verarbeitungskapazität für verbale Informationen und Sätze eingeschränkt oder wird durch äußere Reize, welche gerade in einer Kindertagesstätte reichlich vorhanden sind, gestört. Dadurch ist die Verarbeitungszeit viel länger und die Reaktionen meinerseits erfolgen aus diesem Grund verzögert. Oder eben gar nicht. Auch lenken mich andere Reize sehr schnell und leicht ab, bspw. die Schönheit der Scherben – am liebsten hätte ich sie fotografiert – und vergesse darüber hinaus, was gesagt wurde und reagiere mehr aus meiner Routine heraus als aufgrund des an mich gerichteten Satzes. Dabei macht sich auch die Schwierigkeit bemerkbar, flexibel auf neue oder veränderte Situationen zu reagieren.

Gerade im oft hektischen, lauten und bisweilen chaotischen Kita-Alltag oder bei solchen „Sondersituationen“ kann ich mich nur schwer auf mehrere Dinge gleichzeitig konzentrieren und überhöre dadurch oft wichtige Hinweise und Aufforderungen, welche durch den Tonfall, die Sprachmelodie oder andere nonverbale Signale vermittelt wurden. Und so entstehen diese Missverständnisse und der Eindruck von Desinteresse oder Ablehnung der betreffenden Person.

Viele Jahre habe ich gebraucht mühsam zu erlernen, welche Gesten, Mimiken und Körperhaltungen was bedeuten und wie und wann sie am besten eingesetzt werden. Perfekt darin bin ich bis heute nicht. Viele Stunden verbringe und habe ich vor unserem Bad-Spiegel verbracht, um im Alltag wahrgenommene Mimiken nachzuahmen und mir einzuprägen, wie sich bei welcher Grimasse mein Gesicht anfühlt. Diese erlernten Gefühle und Grimassen versuche ich auf soziale Situationen zu übertragen.