Gedankenwellen #4

>>Nicht viele sind der Sprache mächtig, die ich zu verstehen vermag. Einer Sprache, welche weit mehr wert ist als die unsere. Die Sprache der Natur, der Stille und die der Dunkelheit.<< ©FS

Diesen Spruch schrieb ich auf. Irgendwann im Jahre 2011. Vor der Diagnose. Zu einer Zeit in der ich lediglich ahnte, dass ich „anders“ war und bin. Heute – und nach der Diagnose – betrachte ich diesen Spruch mit einer anderen Sichtweise. Und an dieser Stelle möchte ich diese darlegen:

Die Sprache der Natur

Schon immer verbrachte ich gerne viel Zeit in der Natur. Besonders gerne im Wald. Später dann bei meinen Schildkröten. Die Natur hat für mich eine Sprache, welche durch ihre Klänge, Düfte, Texturen sowie Muster und Farben mit mir kommuniziert. Stundenlang könnte ich die sich im Wind bewegenden Blätter einer Birke beobachten, wie sie grün – gräulich glitzern und bei jedem Windstoß hin und her bewegen ohne den Halt zu verlieren und davongetragen zu werden. Stundenlang könnte ich mit der Hand über die Rinde eines Baumes oder über die samtige Oberfläche eines Blattes fahren, um dessen Textur zu spüren. Die Natur mit all ihren Gegebenheiten und Wundern verfügt über eine tiefgründige und wunderschöne Komplexität, welche es mir ermöglicht zu entspannen und einfach nur zu genießen.

Die Sprache der Stille

Stille ist ein wichtiges Gut für mich in dieser viel zu lauten und viel zu schnellen Welt. Früher schon saß ich stundenlang in meinem Zimmer am Schreibtisch, tat dies und das oder blickte aus dem Fenster – und es war still. Einfach leise. Manchmal habe ich eine große Sehnsucht nach Stille. Einer Stille in und vor allem außerhalb von mir, welche mich endlich von dem permanenten Druck der Gesellschaft und des „funktionieren-müssens“ befreit. Einer Stille, welche all meine Gedanken und mich selbst zu einem Ort bringt, an welchem es kein „Außen“ mehr gibt und ich ich sein darf und kann. Kein „Außen“ mehr, welches ständig und jeden Tag aufs neue von mir erwartet, dass ich seinen Vorstellungen entsprechend funktioniere – ungeachtet dessen, ob ich meine Grenzen ständig überschreite oder nicht. Stille und das Erfahren der Stille ist ein wichtiges Prinzip in meinem Leben. Lärm und Alltagsstress / -Geräusche überreizen meine Nerven, lenken extrem meine Aufmerksamkeit ab und mich in Overloads. In der Stille habe ich die Möglichkeit zu echten freien Gestaltung – sei es das Schreiben oder Malen – und kann mich Ablösen von dem ziellosen und lärmenden Alltag der Gesellschaft um mich herum. Doch je seltener ich zu diesen Stillemomenten komme, desto unkreativer werde ich, desto overloadgeprägter ist mein Alltag und desto größer ist mein Frust nicht meinen Spezialinteressen nachgehen zu können.

Die Sprache der Dunkelheit

Genau wie die Stille spielt auch die Dunkelheit eine wesentliche und wichtige Rolle innerhalb meines Alltages. Oftmals werde ich im Tagesverlauf mit vielen Reizüberflutungen überfordert und bisweilen an meine Grenzen gebracht. Die Dunkelheit tritt mit der Stille in eine Verbindung. Beide gehören für mich zusammen, Stille und Dunkelheit – Dunkelheit und Stille, und trotzdem kann ich sie unabhängig voneinander für mich erfahrbar machen. Jetzt beginnen wieder die dunklen Monate. Die Monate, in welchen es am Morgen später hell und am Abend früher dunkel wird. Im Gegensatz zu den meisten NT’s macht mir das nichts aus. Im Gegenteil. Für mich ist die Dunkelheit besser, denn so bleiben die vielen Reizüberflutungen aus. Daraus resultiert auch, dass ich mich besser konzentrieren kann und vor allem denken – weil die Welt da draußen nicht da ist. Das einzige was mich stört – an dieser Dunkelheit – sind die Leuchtstoffröhren unserer meiner Einrichtung. Unnatürliches Licht, welches in den Augen schmerzt. An kalten Wintertagen ohne Sonne leuchtet es den ganzen Tag grell von der Decke.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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