Individuelle Stärken, Schwierigkeiten und Hilfen im Arbeitsalltag

Für alle diejenigen die es noch nicht wissen sei gesagt: meine Arbeitsstelle weiß (bisher) noch nichts von meiner Asperger-Diagnose im Januar 2017 und ich weiß noch nicht, ob sie es jemals erfahren werden.

Es gibt viele Stärken, welche ich „mein Eigen“ nennen darf und die mir sehr hilfreich sind, um in der Arbeitswelt und meinem Beruf klarzukommen. Bei Mitarbeitergesprächen habe ich immer wieder gesagt bekommen, ich besäße eine gute Beobachtungsgabe. Vermutlich, weil ich eben mehr beobachte und weniger mit anderen Kollegen erzähle. Ich arbeite sehr sorgfältig. Oftmals wird dies von meinen Kollegen mit dem Satz „Du machst dir viel zu viel Arbeit.“ registriert. Doch so oft wie er gesagt wird, so oft verstehe ich ihn nicht, denn für mich ist das, was ich tue keine Arbeit. Und schon gar nicht viel zu viel. Im Arbeitsalltag arbeite ich zudem sehr detailgenau, bin verlässlich und habe ein hohes Verantwortungsbewusstsein. Bei meinem Beruf ist das eines der Grundvoraussetzungen. Zudem bin ich loyal und bin der Meinung über eine sehr gute fachliche Qualifikation zu verfügen.
Natürlich gibt es im Arbeitsalltag immer wieder Schwierigkeiten, welche auch mich begleiten.
– Ich brauche länger als andere, bis ich die Abläufe im Betrieb und die sozialen Strukturen meiner Kollegen verstehe. Seit drei Jahren arbeite ich nun dort. Eineinhalb Jahre hat es gebraucht, bis ich zu 100% sagen konnte „Jetzt bin ich eingearbeitet. Jetzt verstehe ich alle sozialen Strukturen und kenne sämtliche Abläufe im Kindergarten.“
– In den Pausen ziehe ich mich nach wie vor an meine Lieblingsorte zurück, an welchen niemand anderes seine Pause verbringt. Sollte dort doch mal jemand sein, gehe ich an einen Ausweichort in der Einrichtung. Ingesamt gibt es vier Orte, an welchen ich meine Pause verbringen kann. Alleine. Finden meine Kollegen komisch, aber das ist mir egal.
– Brauche ich doch mal Unterstützung bei was auch immer fällt es mir nach wie vor nicht leicht, jemanden um Hilfe zu bitten. Oft werde ich von den Kollegen angesprochen und erhalte dann natürlich auch die benötigte Hilfe.
– Ob mein eher einzelgängerisches Verhalten immer so von meinen Kollegen verstanden wird, weiß ich nicht.
– Wird doch mal etwas intern verändert (neue Kollegin kommt in die Gruppe, oder, oder,…) bin ich meist erst einmal sauer bzw. rege ich mich darüber auf, doch kurze Zeit später bin ich dann doch eher verunsichert. Gut ist jedoch, dass ich auf der Arbeit immer rechtzeitig informiert werde, wenn sich etwas ändert. Dann habe ich genügend Zeit, mich darauf vorzubereiten und kann diese Veränderung dadurch viel besser bewältigen.

Was mir hilft:
– Seit neustem planen meine Kollegin und ich immer die kommende Woche. Dabei erstellen wir einen Tages-, bzw. Wochenplan, welcher einen Überlick über die geplanten Aktivitäten am jeweiligen Tag gibt. Wirklich sehr hilfreich!
Meine Ohren !
– Es gibt konstante Bezugspersonen, bzw. Personen welche ich bei Fragen oder Anliegen bevorzugt anspreche.
– Die Anweisungen in meinem Beruf sind grundsätzlich klar, deutlich und unmissverständlich. Untereinander kommunizieren wir klar und eindeutig.
– Es finden regelmäßig Teamgespräche statt, in welchen das Wichtigste besprochen wird.

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