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Meine „Ohren“

Ich arbeite Vollzeit in einem Kindergarten.
Dort ist es oft laut und anstrengend.
So laut, dass es manchmal kaum auszuhalten ist.
Während und kurz nach meiner Ausbilung empfand ich das noch nicht als all zu schlimm – einfach deshalb, weil ich gerade während meiner Ausbildung nicht täglich in einem Kindergarten war. 2015 trat ich dann meine erste richtige Stelle an, allerdings nur auf einer 3/4 Stelle. Auch das war noch ok, nicht zuletzt deshalb, weil es eine kleine Einrichtung mit drei geschlossenen Gruppen war.
2016 wechselte ich dann in eine große KiTa. 120 Kinder, ingesamt sechs Gruppen, offenes Konzept. Und dort fing es dann an.
Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, das Gefühl nach der Arbeit nichts mehr tun zu können und zu wollen, all das wurde immer stärker – doch ich wusste nicht warum.
Als ich Anfang 2017 dann meine Diagnose erhielt, hatte ich endlich eine Antwort auf mein Problem, dass die Lautstärke auf der Arbeit scheinbar nur mich so belastete.
Doch was tun?
Job kündigen, weiter ertragen und daran kaputt gehen? Oder doch etwas ganz anderes?
Ich entschied mich für die dritte Variante: Etwas ganz anderes tun, da ich weder meinen Job kündigen (Spezialinteresse) noch daran kaputt gehen wollte.
Auf die eigentliche Idee brachte mich meine Mutter:“Dann mach‘ dir doch Oropax in die Ohren.“ sagte sie damals. Tat ich auch, doch die waren unbequem und total unpraktisch. Sie machten leise. Leider alles. Auch das, was meine Kollegen und die Kinder sagten. Nicht so gut in meinem Beruf.
Eine weitere Idee hatte mein jetziger Mann. Er schlug mir vor, zu einem Hörgeräteakustiker zu gehen. „Hörgeräte?“ dachte ich erst, weil taub bin ich ja nicht. Doch dort gibt es nicht nur Hörgeräte, sondern auch angepasste „Stöpsel für die Ohren“, welche die Fähigkeit besitzen, störende Nebengeräusche zu filtern und nur die Sprache durchzulassen.
Also ließ ich mir so „Dinger“ einmal anfertigen und war gespannt, ob dies die Lösung meines „Problemes“ war.
Wenige Wochen nachdem der Abdruck gemacht worden war, hielt ich sie endlich in den Händen – und war von Anfang an begeistert. Sie sind an meine Ohrmuschel angepasst, was es auf jeden Fall erträglicher macht, sie zu tragen. Ich spüre sie immernoch – ganz an dieses zweite Ohrenpaar gewöhnen werde ich mich wohl nie.
Doch das lässt sich ertragen im Hinblick darauf, was sie mir ermöglichen: Ich kann meinem Spezialinteresse nachgehen und meinen Traumberuf ausüben ohne körperlich und seelisch daran zu zerbrechen.
Denn hätte ich „meine Ohren“ nicht, würde ich schon lange nicht mehr arbeiten!

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Vorurteile, Alltag, unsichtbar …

Wer gut kompensieren kann, fällt nicht auf.
Wer nicht auffällt, hat augenscheinlich und gerade für den Blick der allgemeinen Gesellschaft, keine Probleme.

Wer keine Probleme hat, oder vielmehr keine Probleme zeigt, ist „normal“.

Was aber wirklich in einem Menschen los ist, was passiert, wenn …, wie viel Kraft es diesen Menschen kostet, tagtäglich über viele Stunden hinweg zu kompensieren, dass sieht niemand. Meine Arbeit spielt für mich UND ist mein Spezialinteresse. Das ist ein großer Vorteil. Denn ich arbeite als Erzieherin in einem Kindergarten. Hier gibt es Regeln, Strukturen, eine Linie, welche sich durch den Alltag, den Tages-, Wochen-, Monats- und Jahresverlauf zieht. Termine werden rechtzeitig angekündigt, manchmal schon ein Jahr im Voraus. Das heißt, ich weiß genau wann was passiert. Wenn etwas geschieht, dass unvorhergesehen kommt, kann ich es viel besser einplanen wie wenn mein Berufsalltag ohnehin chaotisch wäre.

Nun werden viele sagen „Strukturen sind ja noch lange nicht alles. Was ist mit den Geräuschen, dem vielen Lärm in so einer Einrichtung?“ Dafür habe ich meine „Stöpsel für die Ohren“, einfach nur „Ohren“ genannt. Aber darüber berichte ich in einem anderen Beitrag.

Wenn ich irgendjemanden von meinen Kollegen fragen würde ob sie finden, dass ich „anders“ bin, würde dies vermutlich niemand bejaen. Generell ist mir aufgefallen, dass über uns Menschen im Autismus – Spektrum scheußliche Ansichten kursieren. Als autistisch gilt ein Mensch hier wohl NUR, wenn er auch alle typischen autistischen Zeichen zeigt. Nicht in die Augen schauen beispielsweise. Kann man das (scheinbar – ich schaue generell immer auf den Mund oder auf die Nase. Das wirkt so, als ob ich in die Augen schauen würde) doch, ist man nicht autistisch. An dieser Stelle sei kurz gesagt: Es ging hier nicht um mich. Niemand auf meiner Arbeit weiß, dass ich im Autismus – Spektrum liege. Die Welt anders sehe. Aspi bin.

So gibt es viele und noch einige andere befremdliche Ansichten. Wenn ich hier heute sagen würde, dass ich das Asperger – Syndrom habe, meine Welt ein bisschen anders aussieht, ich deshalb so „still“ bin, viel und gut beobachte und meine Pause immer alleine (und ritualisiert [zuerst wird der Joghurt gegessen und dann das Ei,…] verbringe, würden ALLE aus allen Wolken fallen (Sprichwort) und mir vermutlich nicht einmal glauben, weil … ich kann ja in die „Augen schauen“. Wohin ich wirklich blicke sieht und weiß keiner !

Und das ist der Grund, warum ich vermutlich für immer „unsichtbar“ bleiben werde und mein Leben so lebe und gestalte, wie es für mich am Besten ist.

Wie es für mich am erträglichsten ist.

Diagnose im Bereich Autismus-Spektrum – Ja oder nein? – Gedanken

Lange habe ich gebraucht, um darüber endlich schreiben zu können.
Bereits im Januar 2017 wurde ich an der Uniklinik Köln diagnostiziert, doch erst jetzt finde ich Worte dafür.

Irgendwas ist anders – aber was?

Vor der Diagnose habe ich lange mit mir gehadert. Was stimmt nicht mit mir? Warum bin ich so anders als meine Klassenkameraden in der Schule? Warum mag ich keine Partys? Warum hasse ich Menschenmengen? Warum rede ich nicht gerne mit fremden Menschen? Warum bin ich am liebsten alleine in meinem Zimmer? Warum klappt es mit den Freunden nicht? Fühlen und sehen andere Menschen auch Wellen? Warum esse ich immer dasselbe und WARUM stört das andere Menschen? Woher kommen diese ganzen Wutausbrüche? Warum sage ich Dinge, die ich gar nicht sagen will?

Viele Fragen schwirrten mir im Kopf herum, als ich mit 13 Jahren begriff, dass das was ich mache, tue und sage nicht dem Standart der Jugend entspricht. Ich fühlte mich anders, ich war anders und wurde auch von anderen als anders wahrgenommen. Warum? Darauf konnte mir niemand eine Antwort geben. Bis ich mit 20 Jahren (im Jahr3 2013) die Aufgabe erhielt, mir ein Thema für meine Facharbeit auszusuchen. Es zog mich zu dem Lernfeld „Besondere Bedürfnisse – Unterschiedlichkeit und Vielfalt leben“ hin und schnell fand ich auch ein Thema in diesem Bereich: „Soziale Integration von Kindern mit Autismus in einen Kindergarten mit Hilfe von Alltagsritualen.“ Schnell stellte ich fest, dass vieles, was ich dort niederschrieb auch auf mich zutraf. Ich lernte mich zum ersten Mal richtig kennen und wusste auf einmal Antworten auf meine so zahlreichen Fragen.

Ohne Diagnose Sicherheit gewinnen – geht das?

Eine ungefähre Orientierung – ob ja oder nein – erhielt ich damals durch einen ersten Online Test. Natürlich war mir klar, dass ein Online-Test keine gesicherte Diagnose eines Psychiaters ersetzt, aber er kann ein entscheidender Wegweise sein. =>http://rdos.net/eng/Aspie-quiz.php
Nachdem ich über Wochen und Monate hinweg immer mal wieder solche Tests durchführte und immer ähnliche Ergebnisse herauskamen entschloss ich mich, mich in einem Forum für Menschen aus dem Autismus-Spektrum anzumelden. Ich erhielt nun die Möglichkeit, mich mit anderen Autisten auszutauschen, konnte über das Leben im Autismus-Spektrum lesen und fing an, mich immer besser zu verstehen und zu akzeptieren.
Irgendwann aber kam der Wunsch auf, es „richtig“ wissen zu wollen. Zu erfahren, ob ich mit meiner Vermutung wirklich richtig lag. Meine Mutter war da leider anderer Meinung: „Du brauchst keine Diagnose, um autistisch zu sein. Du weißt doch selbst am besten, wer du bist. Niemand anderes kann einem das sagen. Auch kein Psychiater.“ Natürlich sind wir alle indivuell, haben andere Wünsche, Vorstellungen und Ideen. Aber manchmal gibt es da eben diese eine Person, die es genauer wissen will.

Doch eine Diagnose wurde zunächst einmal verschoben mangels entsprechender Hilfe.

Diagnose? – Diagnose !

Natürlich hat eine Diagnose, wie so viele andere Sachen auch, Vor- und Nachteile.

Vor der Diagnose wog ich natürlich nicht ab, ob diese sinnvoll ist oder nicht. Ich wollte es einfach wissen. Und so kam es schlussendlich auch zu einer – im Jahre 2016/2017. Also ganze drei Jahre nach meiner ersten Selbstdiagnose.

Grund dafür war zum einen, dass es da auf einmal jemanden gab (siehe auch Aspi und NT) der sich für mich interessierte und mir helfen wollte. Zum anderen kam ein weiterer wichtiger Aspekt in Betracht: Ich konnte einfach nicht mehr. Mit dem ständigen Versuch, “neurologisch typisch” zu wirken und vor allem zu sein (was in meinem Job besonders wichtig ist), war ich mehr und mehr überfordert von dieser Situation. Ebenso war ich ausgelaugt, kaputt, müde. Bisher habe ich, ein Jahr nach der Diagnose – nur ein Hilfsmittel zur Unterstützung zur Bewältigung meines Alltages erhalten – meine zweiten Ohren. Leider musste ich feststellen, dass ich auch mit Diagnose nicht die Unterstützung erhalte, welche ich mir im Nachhinein erhofft hatte.

Fazit

In erster Linie strebte ich ein gesichters Wissen an. Ich wollte nicht mein Leben damit verbringen zu ahnen, dass ich autistisch sein könnte. Ich wollte wissen ob ich mich irre oder richtig liege. Das war der Hauptgrund der Diagnose.

Nebenbei auftretender Grund war die mögliche Inanspruchnahme diverser Hilfen die bis dato noch nicht sehr weit gediehen sind. Ein Antrag auf einen Schwerbehindertenausweis wurde abgelehnt – lediglich 30% gestanden sie mir zu, OHNE zu wissen, wie mein Leben tatsächlich abläuft. Aber hier ist der Kampf noch nicht verloren.
Vor einer Diagnose sollte auf jeden Fall überlegt, welche Unterstützung man braucht und wie bzw. woher man sie bekommen kann. Dann kann man darüber nachdenken, ob eine Autismus-Spektrum-Diagnose dafür unbedingt nötig ist oder ob einem die Selbstdiagnose reicht.

Und wem die Selbstdiagnose nicht reicht, der kann sich natürlich diagnostizieren lassen.

Bereut habe ich es bisher nicht – im Gegenteil – ich habe mich und mein Verhalten besser verstehen und lieben lernen können.

Wer Interesse an meiner Facharbeit hat – über Amazon ist sie erhältlich:

Facharbeit „Soziale Integration von Kindern mit Autismus“ Amazon-Link

Anpassung?!

„Es ist fast immer klüger, sich den Vorstellungen anzupassen, welche die Menschen von uns haben, als ihnen ihre Illusion zu nehmen.“ *Sigmund Graff*

Doch genau das tun wir. Tag für Tag, immer wieder aufs Neue rauben wir unseren Mitmenschen die Illusion. Indem wir uns nicht so gut oder schnell anpassen können und wollen.

Anpassen, Anpassung – was ist das und wenn ja, wie funktioniert das? So ein bisschen habe ich herausgefunden, wie das mit der Anpassung funktioniert. Bei mir läuft das in etwa so ab: Zuhören. Nicken. Lächeln. „Wie bitte?!“ denken. Denn anders funktioniert es bei mir nicht. Vom „Fragen-nicht-Versteher“ bin ich nach und nach zum Mitläufer mutiert. Aber nur auf der Arbeit, denn da bietet mir das „Mitlaufen“ eine gewisse Sicherheit. Ich habe mir abgeguckt wie ich gucken muss, habe mir abgehört, was ich sagen muss und wann ich besser den Mund halte. Habe mir abgeguckt wie ich wann zu reagieren habe. So klappt das mit der Anpassung – in diesem Gebiet. Doch scheinbar bin ich nicht mehr angepasst, wenn ich nicht zugreife, wenn ein Kollege Geburtstag hat, weil ich nur bestimmte Sachen esse. Wenn ich mich bei Fortbildung in die Küche verkrümel anstatt mit den anderen an der Tafel zu dinieren und mich über sinn- und belanglose zu unterhalten. Denn fann ernte ich immer komische Kommentare und blicke. Scheinbar bin ich auch dann nicht angepasst, wenn ich mit niemandem etwas unternehmen will. Und auch mein exzessiver Sport zählt wohl nicht zu der Art „Anpassung“ die sich die anderen Menschen wünschen. Ich passe mich an – nach meinem Regeln und Möglichkeiten. Aber ich stehe trotzdem immer ein wenig außerhalb des Geschehens. Weil ich in den Augen der Anderen nicht angepasst genug bin in ihre Welt.

Jeden Tag raube ich Kollegen und anderen Menschen ihre Illusion. Wenn ich nicht wie erwartet reagiere oder meinen Partner für mich sprechen lasse.

Warum soll es klüger sein, sich den Vorstellungen anzupassen? Ich glaube, die Menschen lassen einen eher in Frieden, wenn man sich ihnen anpasst. Dann fällt man nicht so auf in der breiten Masse.

Doch wenn man diesen akrobatischen Akt der Anpassung nicht schafft, bleibt man mit seinem „andersartigen“ Verhalten immer Zielscheibe der breiten, langweiligen, angepassten Gesellschaft.

Manchmal ist es Segen, manchmal Fluch, aber trotzdem bin ich stolz darauf, Asperger – Autist zu sein, anders zu denken, zu fühlen, mehr zu sehen und wahrzunehmen – auch wenn das mit der Anpassung irgendwie nicht klappen will. Aber vielleicht soll es ja auch gar nicht klappen? Vielleicht erfüllen wir, die sich nicht anpassen können, einen ganz wichtigen Zweck in diesem / unserem Leben? Vielleicht sind wir es, die dem Leben – nicht nur unserem sondern auch dem der Anderen – mehr Farbe und Besonderheit geben?

>>Winzige Ereignisse haben große Konsequenzen und bringen das Netz aus Ritualen und somit die Ordnung meiner Welt durcheinander.<<

Distanz

Ich bin lieber leise als laut. Das war schon immer so. Bereits als Kind – als noch niemand von meinen Besonderheiten wusste – habe ich andere Kinder lieber aus sicherer Entfernung beobachtet als auf sie zuzugehen. Schon immer konnte ich Situationen, in welchen alle Augen auf mich gerichtet sind und ich auch noch etwas tun oder sagen sollte, auf den Tod nicht ausstehen. Ich fühlte mich einfach unwohl. Sehr unwohl! Wenn ich fremde oder auch mir bekannte Menschen begrüßen sollte, vermied ich den Blickkontakt, murmelte irgendetwas vor mich hin und versteckte mich hinter meiner Mutter. Ungewohnte Situationen machen mir Angst. Dass ich nicht so unbefangen und offen auf andere oder fremde Menschen zugehen kann, ist Teil meiner Persönlichkeit. Teil meiner Besonderheit. Teil des Asperger-Syndroms. Schon immer hatte ich eher weniger Interesse an sozialen Kontakten- gerade zu Gleichaltrigen. Früher orientierte ich mich an Erwachsenen, heute eher an Kindern, weil ich das Gefühl habe sie verstehen mich. Auch ein Grund, warum ich Erzieherin geworden bin.

Im Alltag bin ich sehr stark auf meine eigene Gedankenwelt fokussiert. Äußere Reize wie bspw. große Gruppen oder eine laute Umgebung mit ihren vielen unterschiedlichen Geräuschen überfordern mich sehr schnell, lassen mich müde und gereizt werden. Daher gehe ich so gut es geht im Alltag sozial herausfordernden Situationen oder Konflikten (mit Erwachsenen) lieber aus dem Weg.

In der heutigen laufen Gesellschaft der NT’s, in der Außenwirkung und die Selbstdarstellung so wichtig sind, sind derartige Charakterzüge und Besonderheiten nicht wirklich gerne gesehen oder willkommen. Dadurch werde ich ständig daran erinnert, wie anders ich doch funktioniere. Auch oder gerade heute noch fällt es mir schwer, mit fremden Menschen oder Menschen im Allgemeinen in Kontakt zu treten oder zu sprechen. Räume und Geschäfte betrete ich nur selten ohne eine Begleitung die für mich sprechen kann. In Gruppen oder bei Menschen die ich schon länger kenne wie bspw. meine Kollegen fällt mir das alles nicht ganz so schwer. Doch um diesen Zustand zu erreichen brauche ich Zeit. Viel Zeit.

Was ist (soziale) Integration? – Eine Definition

In einem meiner letzten Blogbeiträge legte ich eines der Themen meiner Facharbeit dar, welche wie folgt lautete: Die Notwendigkeit der Integration . Heute blogge ich einen weiteren Teil meiner Facharbeit. Wie die Überschrift erkennen lässt, beschäftigt sich dieser Artikel mit der Frage „Was ist (soziale) Integration?“ überhaupt, und versucht dies ein wenig zu definieren. Da die Facharbeit im Rahmen meiner Ausbildung zur Erzieherin erstellt wurde, wird hier in erster Linie von Kindern gesprochen. Natürlich gilt all dies auch für Erwachsene.

„Integration ist nicht ein anzustrebender Zustand, sondern Weg und Ziel zugleich.“ (Wolfgang Dichans)

Unter (sozialer) Integration versteht man die Betreuung bzw. Aufnahme von unterschiedlichen Kindern in die Gesellschaft, die in einer Kindertageseinrichtung gleich ihrer Hautfarbe, Kultur, Herkunft, Krankheit oder Behinderung betreut und gefördert werden. Der Begriff umfasst also auch die gemeinsame Erziehung und Bildung behinderter und nicht – behinderter Kinder in einer sozialen Gemeinschaft. Dies bedeutet, dass eine Lebenswelt geschaffen werden soll, in der sich die Kinder mit ihren Unterschieden gegenseitig achten und wertschätzen. Offenheit sowie Respekt für diese Unterschiede sollen keine Fremdworte mehr sein, sondern eine Selbstverständlichkeit. Bei meiner Recherche über Integration beschäftigte ich mich zudem auch mit Literatur von Georg Feuser, welcher in einem seiner im Internet veröffentlichten Texte „Integration als gemeinsame Tätigkeit (Spielen/Lernen/Arbeiten) am gemeinsamen Gegenstand/Produkt in Kooperation von behinderten und nichtbehinderten Menschen“ bezeichnet und dadurch verdeutlicht, dass Menschen dann integriert werden, wenn sie in eine soziale Situation, eine Arbeits- und Kommunikationsgemeinschaft mit einbezogen und in ihrem „Anderssein“ akzeptiert werden.

Wie auch schon im Zitat von Wolfgang Dichans geschrieben, ist die Integration nicht ein Zustand, der erreicht werden soll, sondern der Weg in eine wertschätzende und achtsame Gesellschaft und das Ziel für die Bereicherung des Lebens nichtbehinderter und behinderter Kinder und Erwachsener. Es soll also erreicht werden, dass es für die Gesellschaft völlig normal ist, dass Menschen mit Beeinträchtigungen mit altersgerecht entwickelten Menschen in einer sozialen Gruppe zusammenleben.

Doch wie ist diese Integration bei autistischen Kindern umsetzbar? Was kann die Gesellschaft tun um uns, um Autisten, in ihren Alltag zu integrieren? Um nicht zu viel in einen Blog zu packen werde ich dies aus strukturellen und „Übersichts-“ Gründen in einem meiner folgenden Blogbeiträge darlegen.